„Kaleidoskop“ Alltag in Deutschland – Alltag in meinem Land

http://www.kaleidos.de

Das ist die Webadresse des Projekts “Kaleidoskop”, dessen Autor und “Macher” DaF-Experte Dr. Wolfgang Hieber ist.

Worum geht es in KALEIDOSKOP? Thema ist der ganz normale Alltag. Es geht um das, was wir tagtäglich um uns herum sehen und was wir jeden Tag machen.

Für wen ist KALEIDOSKOP? Diese Plattform wendet sich an Jugendliche und Erwachsene im In- und Ausland. “Interessiert euch für den Alltag anderer und berichtet über euren eigenen Alltag!”

Projekt Kaleidoskop

Klickt also auf den oben stehenden Link und im beigefügten Word-Dokument findet ihr einige Textbeispiele aus dem Kaleidoskop-Projekt, die sich auf das Thema „Mein Tag“ bzw. „Alltag“ beziehen… Und natürlich würde ich mich freuen, wenn ihr eigene Beiträge schickt!

El proyecto “Kaleidoskop” tiene por tema la vida cotidiana, lo que hacemos y vemos a nuestro alrededor cada día, y se dirige a jóvenes y adultos tanto en Alemania como en el extranjero con la propuesta de participar en el mismo con aportaciones personales escritas en alemán. Los estudiantes de alemán tienen así una oportunidad de practicar sus conocimientos activamente enviando textos propios y leyendo los de los demás, al mismo tiempo que la multiplicidad de temas les acerca la cultura y costumbres alemanas.

En el archivo word adjunto os presento ejemplos relativos al tema „Mein Tag“ / „Alltag“, esperando que mandéis igualmente vuestras aportaciones al proyecto.

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Briefe schreiben – Escribir cartas

En la página web del correo alemán  (http://www.deutschepost.de)  se puede encontrar una sección denominada „Briefvorlagen für jeden Anlass, especie de taller que proporciona múltiples ideas a la hora de escribir una carta, sea formal o informal, una tarjeta de felicitación, etc etc.

En formato PDF se ofrece la posibilidad de descargar un archivo que contiene modelos de cartas, instrucciones para su confección y una práctica ayuda ante dudas con la nueva ortografía alemana:

Der Brief-Assistent – erfolgreich Briefe schreiben; Ratgeber downloaden

Momo – Beppo über das Kehren von Straßen

Beppo Straßenkehrer

Aus dem Roman „Momo“ von Michael Ende

Er fuhr jeden Morgen lange vor Tagesanbruch mit seinem alten, quietschenden Fahrrad in die Stadt zu einem großen Gebäude. Dort wartete er in einem Hof zusammen mit seinen Kollegen, bis man ihm einen Besen und einen Karren gab und ihm eine bestimmte Straße zuwies, die er kehren sollte.

Beppo liebte diese Stunden vor Tagesanbruch, wenn die Stadt noch schlief. Und er tat seine Arbeit gern und gründlich. Er wusste, es war eine sehr notwendige Arbeit.
Wenn er so die Straßen kehrte, tat er es langsam, aber stetig:
Bei jedem Schritt einen Atemzug und bei jedem Atemzug einen Besenstrich.
Dazwischen blieb er manchmal ein Weilchen stehen und blickte nachdenklich vor sich hin. Und dann ging es wieder weiter:
Schritt – Atemzug – Besenstrich.

Während er sich so dahinbewegte, vor sich die schmutzige Straße und hinter sich die saubere, kamen ihm oft große Gedanken. Aber es waren Gedanken ohne Worte, Gedanken, die sich so schwer mitteilen ließen wie ein bestimmter Duft, an den man sich nur gerade eben noch erinnert, oder wie eine Farbe, von der man geträumt hat. Nach der Arbeit, wenn er bei Momo saß, erklärte er ihr seine großen Gedanken. Und da sie auf ihre besondere Art zuhörte, löste sich seine Zunge, und er fand die richtigen Worte.
„Siehst du, Momo“, sagte er dann zum Beispiel, „es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man.“

Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort:
„Und dann fängt man an, sich zu beeilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen.“

Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter:
„Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten.“
Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte:
„Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.“

Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort:
„Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste.“
Er nickte vor sich hin und sagte abschließend:
„Das ist wichtig.“